Zürcher Alarm Phone Schichtteam und Schweizer Humanitarian Pilots Initiative gemeinsam in dramatische Seenotrettungsaktion involviert!


Ein tödliches Rettungsvakuum

 

Wie Europa das Sterben im Mittelmeer zur Abschreckung nutzt 
und gleichzeitig die zivilen Seenotrettungskräfte kriminalisiert
Ein WatchTheMed Alarm Phone Seenotfall vor der Küste Libyens.

Am Osterwochenende 2017 spielte sich im zentralen Mittelmeer einer der größten Seenotrettungseinsätze der vergangenen Jahre ab: Innerhalb von drei Tagen wurden mindestens 8.360 Menschen aus Seenot gerettet. Das WatchTheMed Alarm Phone war dabei in zwei Seenotfälle involviert und konnte aus erster Hand sowohl die Unzulänglichkeit der staatlichen Rettungsbemühungen als auch den unverzichtbaren Einsatz ziviler Nichtregierungsorganisationen (NGOs) beobachten, die ein weiteres Massensterben auf hoher See verhinderten. weiterlesen


Europas zivile Rettungsorganisationen weisen FRONTEX-Vorwürfe zurück


Seenotrettungsorganisationen unterstützen durch ihre Missionen im Mittelmeer Schlepperbanden, die an den gefährlichen Überfahrten verdienen, erklärte Frontex-Chef Fabrice Leggeri im Interwiew mit der Zeitung „DIE WELT“ am 27. Februar 2017.


Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses Statements weisen diese Vorwürfe entschieden zurück. Die Anschuldigungen verdrehen die Tatsachen. Menschen fliehen nicht, weil es Schleppernetzwerke gibt. Es gibt Schleppernetzwerke, weil Menschen fliehen. Nur legale Einreisewege in die EU können das Geschäft der Menschenhändler unterbinden.

Fabrice Leggeri formuliert es als Vorwurf, dass NGOs inzwischen 40 Prozent der Rettungen (Quelle: EUNAVFOR MED Bericht) übernehmen. Eigentlich zeigen diese Zahlen doch vor allem, dass die EU hier ihrer Verantwortung nicht nachkommt. Zivile Seenotrettung ist nur nötig, weil es für Schiffbrüchige keine Hilfe von staatlicher Seite gibt. Es ist zynisch, nun ausgerechnet jene Organisationen zu diskreditieren, die Menschen auf hoher See retten. Unser Mandat unterscheidet sich ganz klar von dem der Polizei- und Militäroperationen im Einsatzgebiet. Unsere Crews sind nicht vor Ort, um Schleppernetzwerke zu zerschlagen, sondern um humanitäre Hilfe zu leisten, wie unser gemeinsamer Code of Conduct zeigt.


Es gibt, anders als von Leggeri behauptet, keine Bemühungen in Richtung legaler Einreisewege. Das Schließen der Balkanroute, der EU-Türkei-Deal sowie die Ausbildung der Libyschen Küstenwache sind Maßnahmen, die die Migration nach Europa verhindern und damit die Not und Unsicherheit von Flüchtenden verschärfen. Anstatt legale Einreisemöglichkeiten zu bieten, werden Flucht und Flüchtende kriminalisiert.


Wir – tausende private SpenderInnen, ehrenamtliche RetterInnen und UnterstützerInnen – verteidigen die europäischen Werte, indem wir aktiv etwas gegen den Missstand auf dem Mittelmeer unternehmen! Langfristig kann die Versorgung Schutzbedürftiger an Europas Grenzen nicht Aufgabe der Zivilgesellschaft bleiben.


Sea-Watch · Jugend Rettet · Alarmphone · Mission Lifeline · Borderline Europe · CADUS


Buch über die Arbeit des Alarmphones

Die Festung Europa hat in den vergangenen Monaten und Jahren bedeutende Risse erhalten. Hunderttausende Menschen haben ihr Recht auf Bewegungsfreiheit wahrgenommen. Das Alarmphone unterstützte dabei Tausende von Menschen, diese Arbeit ist in der soeben auf Deutsch erschienenen Ein-Jahres-Dokumentation  Moving On nachzulesen. Zahlreiche Protagonisten des Alarmphone-Netzes bieten darin in Interviews, Whatsapp-Dialogen und Diskussionen einen Einblick in die transnationale Zusammenarbeit des Alarmphones. Mit einem Klick auf das folgende Foto startet der Download des Buches in PDF-Format:



Tägliche Arbeit des Alarmphones

Dieses Video beschreibt die tägliche Arbeit des Alarmphones. Sowohl die technischen Methoden als auch die politischen Ziele des Projekts vor dem Hintergrund von kontinuierlichen Überwindungen der Seegrenze der EU zwischen der Türkei und Griechenland.

 


SPENDENKONTO

Watch The Med 

Alarmphone Schweiz

Mit Sitz in Zürich

PC: 61-172503-0

IBAN CH21 0900 0000 6117 2503 0

KONTAKT

info@alarmphone.ch



 

Impressum

Watch The Med Alarmphone Schweiz

Mit Sitz in Zürich

Regiogruppe Bern, Zürich und Basel